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Einsatzbericht zum Unwetter am 19.06.2021

25. 06. 2021

In den Abend- und Nachtstunden vom Freitag den 18.06.2021 auf Samstag den 19.06.2021 zog eine große Gewitterzelle mit ergiebigem Starkregen über das südliche Gemeindegebiet Pfinztal.

 

Verursacht durch einen Blitzeinschlag in eine Hochspannungsleitung gab es im Ortsteil Söllingen einen Stromausfall. Auch in Kleinsteinbach gab es mehrere kurze Stromausfälle.

 

Im Ortsteil Söllingen liefen die Bahn-Unterführung der Nordumgehung sowie einige Keller mit Wasser voll. Die Bahn-Unterführung war hierdurch nicht mehr passierbar.

 

Weitaus größer waren die Schäden im Ortsteil Kleinsteinbach. Durch den enormen Starkregen stieg der Bocksbach innerhalb von wenigen Minuten von seinen normal wenigen Zentimetern auf mehrere Meter und überflutete die umliegenden Bereiche, vor allem den Kleinsteinbacher Ortskern, mit mehr als einem Meter Höhe. Da das Unwetter auch die anderen Ortschaften im Bocksbacktal betraf, speisten den Bach von dort zusätzlich große Wassermassen. Im Bereich Bockstalstraße, Burgstraße, Pforzheimer Straße und Weinbrennerstraße waren eine Vielzahl an Kellergeschossen der dortigen Wohn- und Geschäftsgebäude überflutet. Zusätzlich wurden große Massen an Geröll und Schlamm in die betroffenen Bereiche gedrückt.

Auch das Kleinsteinbacher Neubaugebiet rund um den Belchenweg, die Feldbergstraße, den Kniebisweg, die Schwarzwaldstraße und der Schlangenrain waren aufgrund der Hanglage stark betroffen. Hier wurden große Wasser-, Geröll- und Schlammmassen aus den Feldern gespült, verstopften Gullys und fluteten Straßenbereiche und mehrere Keller von Wohngebäuden. Von hieraus bahnten sich Wasser, Schlamm und Geröll weiter ihren Weg hinunter in die Bockstalstraße, wo eine große Anzahl an Gullys herausgehoben wurden und die Bockstalstraße massiv verschmutzten.

Auch das Industriegebiet Hammerwerk wurde durch Wasser- und Schlammmassen aus dem angrenzenden Wald zum Teil überflutet sowie die B10 auf Höhe des Hotel Villa Hammerschmiede.

 

Um 00:02 Uhr wurde die Abteilung Kleinsteinbach zum ersten Einsatz in die Burgstraße gerufen. Parallel liefen die Maßnahmen zur Besetzung des Feuerwehrhauses in Söllingen, welches der Feuerwehr Pfinztal bei solchen Schadensereignissen als Führungshaus dient und von welchem alle Einsätze koordiniert wurden sowie die Alarmierung der Gesamtfeuerwehr Pfinztal. Dies gestaltete sich dadurch schwierig, da zum einen das Gewitter einen Fehler in der Notstromversorgung des Führungshause verursacht hatte, welcher zuerst mit Fachkräften behoben werden musste. Zum anderen wurde das Anrücken der Kräfte zum jeweiligen Feuerwehrhaus durch die Schäden massiv gestört (überflutete Straßen ohne Durchkommen, etc.).

In einem weiteren Schritt wurden die Bürgermeisterin sowie der Verwaltungsstab der Gemeinde Pfinztal und sämtliche Notdienste des Gemeindebauhofes und  der Wasserversorgung verständigt. Die Vertreter der Gemeindeverwaltung machten sich ein Bild der Lage vor Ort.

 

Während die Tätigkeiten im Führungshaus anliefen, wurde am Kreisverkehr in Kleinsteinbach eine Sandsackfüllstelle zusammen mit dem Bauhof errichtet. Zudem wurden die Spundwände an der Pfinz durch die Feuerwehr geschlossen. Schnell zeigte sich, dass der Schwerpunkt der Einsatzlage im Ortsteil Kleinsteinbach lag. Hierauf wurden fast alle Fahrzeuge der Feuerwehr Pfinztal auf Einsatzstellen in Kleinsteinbach zugewiesen. Alle MTW sowie der GW-L2 wurden mit vorhandenen Reservepumpen in den jeweiligen Feuerwehrhäusern beladen. Zusätzlich zu den Standard-Tauchpumpen und -Wassersaugern, welche auf den Löschfahrzeugen, dem Gerätewagen Atemschutz, den MTW und der Standard-Beladung des GW-L2 sowie des TLF 3000 verladen waren, kamen an den Einsatzstellen alle verfügbaren leistungsfähigen Hochwasserpumpen vom TLF3000 sowie dem GW-L2 zum Einsatz. Zudem wurden mit den vorhandenen Transportkapazitäten Sandsäcke transportiert. Mit dem KdoW und dem ELW wurde der Bereich um die Pfinz und Bocksbach sowie das gesamte betroffene Gebiet erkundet.

Am Führungshaus in Söllingen standen während der gesamten Abarbeitung der Flächenlage ein Löschfahrzeug sowie die Drehleiter zur Sicherstellung des Grundschutzes bei parallelen zeitkritischen Einsätzen bereit.

 

Da sich die Zahl der Einsätze immer weiter häufte und auch schweres Räumgerät benötigt wurde, wurde die Feuerwehr Walzbachtal mit einem Löschfahrzeug sowie weitere Kräfte des Gemeindebauhofs angefordert.

 

Bedingt durch die Sperrung der BAB8 lief der Umleitungsverkehr durch den Ortsteil Kleinsteinbach, da allerdings die Bockstalstraße an mehreren Stellen mit Wasser-, Schlamm und Geröll bedeckt war, musste diese zur Freiräumung mehrfach gesperrt werden.

 

Zu einer Einsatzstelle, an welcher Heizöl mit ausgelaufen war, wurde das Umweltamt des Landkreises Karlsruhe verständigt. Die Einsatzstelle wurde von den Verantwortlichen der Behörde anschließend betreut. Im Laufe des Tages wurde dort von der Feuerwehr in Zusammenarbeit mit einer Spezialfirma abgepumpt.

 

Durch das DRK wurden die Einsatzkräfte während der gesamten Lage mit Verpflegung versorgt.

 

Nachdem gegen die Mittagszeit die meisten vollgelaufenen Keller soweit ausgepumpt waren, wurden die Mitarbeiter des Bauhofs in einigen Straßen noch bei der Reinigung der Gullys und Straßen unterstützt.

 

Insgesamt waren 46 Einsatzstellen, hauptsächlich im Ortsteil Kleinsteinbach abzuarbeiten.

 

Die letzte Einsatzstelle war gegen 17:30 Uhr abgearbeitet. Die Aufräumarbeiten bei der Feuerwehr dauerten noch die nächsten Tage an.

 

Die Feuerwehr Pfinztal war mit allen Fahrzeugen und unterstützt durch ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Walzbachtal mit rund 80 Kräften im Einsatz. Das DRK Söllingen war mit 3 Kräften zur Verpflegung der Einsatzkräfte im Einsatz. Der Gemeindebauhof war mit verschiedenen Gerätschaften und Fahrzeugen an den Einsatzstellen tätig. Der Verwaltungsstab der Gemeinde Pfinztal unterstützte die Einsatzleitung. Das Umweltamt des Landkreises war mit zwei Verantwortlichen vor Ort. Die Polizei kam zur Absicherung vor Ort. Während der Nacht gab es zudem mehrere Abstimmungen mit den Verantwortlichen der Kläranlage Kleinsteinbach.

 

Bedanken möchten wir uns bei der Bevölkerung, welche unsere Einsatzkräfte bei der Abarbeitung der Einsatzlagen unterstützt hat.

 

 

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